Europaweite
Langfristprognose



Erläuterung: Als Resultat umfangreicher Forschungen und Untersuchungen ist es gelungen, eine weitere Methode zur Langfristprognose zu entwickeln. Mit dieser Methode (European-Analogy-System) ist es möglich auch für andere Teile Europas eine langfristige Vorhersage zu erstellen und und ein alternatives Gegenmodell zum LRFS zu präsentieren. Allerdings befindet sich das Vorhersagesystem noch im Enwicklungsstadium, so dass vorerst noch keine detailierte Angaben über Eintreffwahrscheinlichkeiten bzw. Verifikationen gemacht werden können.

Beschreibung: Die Vorhersagemethode (EAS) basiert auf der Grundannahme, dass bestimmte Luftdruckverteilungen, wie sie in den letzten Monaten auftraten, auch in früheren Jahren in vergleichbarer Art und Weise schon einmal aufgetreten sind und das die jetzige Weiterentwicklung der Witterung jenen Verlauf der damaligen Jahre ähnlich sein muss. Aufgrund dieser Tatsache wurden zunächst die Verteilungen der Luftdruckanomalien der aktuell abgelaufenen 5 Monate betrachtet. Aus dem Zeitraum 1900-2010 wurden zur Vorhersageerstellung all die Jahre herangezogen, wo mindestens 4 der 5 untersuchten (gleichartigen) Monate auf der nördlichen Halbkugel zwischen 90° W und 90° O im Großen und Ganzen eine Druckverteilung aufwiesen, die denen der letzten 5 Monate ähnlich ist. Die Selektion geeigneter Jahre - sogennanter Analogiefälle -  erfolgt durch einen statistischen Analogie-Index. Anschließend wurde ein mittlerer Verlauf jener Druckanomalien errechnet, die den Monaten der ermittelten Analogjahre folgten. Besondere Berücksichtigung findet dabei neuerdigs auch die Intenstität besonderer Phänomene wie ENSO (El Nino Southern Oscillation) sowie der Schneebedeckungsgrad des eurasischen Kontinents im Herbst.

In den dargestellten Grafiken sind auf der linken Seite die berechneten Luftdruckanomalien über Europa für März, April und Mai 2012 zu erkennen. Rechtsseitig sind die daraus resultierenden Temperaturverteilungen dargestellt.
Der blaue Farbton markiert dabei Felder, wo eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für zu niedrige Temperaturen (gegenüber dem Mittelwert) besteht, der rote Ton dagegen Gebiete mit übernormalen Temperaturen.
 

Prognose Druckabweichung März 2012 Prognose Temperatur März 2012
 
Prognose Druckabweichung April 2012 Prognose Temperatur April 2012
 
Prognose Druckabweichung Mai 2012 Prognose Temperatur Mai 2012

 

Berechnete Temperaturabweichung (gegenüber der Periode 1961 bis 1990) des Monats März 2012 für Berlin:

+ 0.2 K

Berechnete Temperaturabweichung (gegenüber der Periode 1961 bis 1990) des Monats April 2012 für Berlin:

+ 1.2 K

Berechnete Temperaturabweichung (gegenüber der Periode 1961 bis 1990) des Monats Mai 2012 für Berlin:

+ 0.2 K


Jahre mit vergleichbaren Bedingungen in den Vormonaten sind derzeit: 
1961, 1976, 1984, 1991, 1995, 1999, 2000, 2005, 2006, 2008



Fazit: Während für März der Schwerpunkt zu tiefen Luftdrucks voraussichtlich über Nordosteuropa erwartet wird - mit der Folge gelegentlicher Kältevorstöße aus nordwestlichen Richtungen - liegt dieser im April wahrscheinlich eher über dem Ostatlantik. Dies würde in Mitteleuropa häufigere Süd/Südwestlagen mit Warmluftzufuhr bedeuten. Daraus resultiert auch die Prognose eines recht warmen Aprils. Für Mai kann aufgrund undifferenzierter Druckfelder keine Prognose getroffen werden.
Temperaturabweichungen der einzelnen Analogjahre in den jeweiligen Monaten. Fett ist die mittlere Entwicklung dargestellt


Rückblick: Abschließend noch ein paar Worte zu den letzten Monaten. Die gestellten Prognosen der zu erwartenden Druckanomalien im europäischen Raum lieferten im Großen und Ganzen  zufriedenstellende Ergebnisse. Probleme bereiten noch einige Feinheiten, z.B. was die Genauigkeit und Stärke der prognostizierten Abweichungen angeht. Dazu zählen auch die daraus berechneten Temperaturen für Mitteleuropa, deren Resultate durch noch gezieltere Auswahl von Vergleichsjahren verbesserungswürdig sind.

Wichtig: Aufgrund der manuellen Bearbeitung der Methode und des damit verbundenen Zeitaufwands sollte zunächst nur vor den Hauptjahreszeiten eine 3-Monatsprognose erfolgen. Da das Verfahren inzwischen automatisiert wurde, ist ein Update der Prognosen nun im 2-Monatsrhythmus möglich. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:
Lars Thieme

 

Update: 04.03.2012
Neu: Anfang Mai 2012

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