
Wie wird der kommende Winter ?
Was kann für den Sommer erwartet werden ?
Solche oder ähnliche Fragen haben sich
sicherlich schon viele Menschen gestellt. Darf man sich auf kalte,
schneereiche Wintermonate freuen oder auf heißes Badewetter im
Hochsommer ? Drohen hohe Heizkosten in der kalten Jahreszeit oder fällt
der nächste Sommer wörtlich ins Wasser ?
Der Autor dieser Seiten möchte versuchen diese Fragen so präzise wie
möglich zu beantworten und den Besuchern die Thematik der
Langfristprognose mit ihren Schwierigkeiten und Grenzen etwas näher zu bringen.
Als Extra-Rubriken sind zudem Klimarückblicke bzw. -statistiken und
Extremwerte der vergangenen Monate und Jahreszeiten, sowie aktuelle
Wetterdaten der privaten Wetterstation von Leipzig vorhanden. |
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Neuigkeiten / Änderungen
ACHTUNG...BITTE LESEN: Die Anzahl der Besucher dieser
Seiten hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert, was
das große Interesse an saisonalen Prognosen verdeutlicht.
Die hier
veröffentlichten Informationen sind kostenlos und sollen es auch für die
Zukunft bleiben.
Da jedoch der Arbeitsaufwand dafür nicht unerheblich ist
und ich diese Arbeiten nur nebenbei betreibe, würde ich mich über eine
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Langfristwetter.com
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Einleitung
Zunächst einmal zur Einführung: Als Langfristprognosen werden jene Vorhersagen
bezeichnet, die über 10 Tage hinausgehen. Dabei kann jedoch keine gezielte
Wettervorhersage mehr für einen bestimmten Tag erstellt werden, sondern nur ein
allgemeiner und großräumiger Witterungstrend für einen längeren Zeitraum, z.B. einen
Monat oder eine Jahreszeit. Allerdings muss gesagt werden, dass es
sich bei Langzeitprognosen keinesfalls um ein unumstrittenes Gebiet handelt,
sondern dieses immer noch Gegenstand großer Diskussionen ist. Nähere
Erläuterungen dazu sind auf der
Infoseite zu finden.
Die Eintreffwahrscheinlichkeit der hier veröffentlichten Prognosen, an deren
weiterer Verbesserung fortlaufend gearbeitet wird, liegt für die Monatsvorhersagen bei
ca. 65 - 70 %, d.h. dass in 2 von 3 Fällen eine zumindest befriedigende Prognose getroffen werden kann. Eine saisonale Langfristvorhersage erreicht immerhin in 3 von 4 Fällen ein akzeptables Resultat.
Für die gestellten Vorhersagen finden hauptsächlich zwei verschiedene Methoden
Anwendung:
An erster Stelle steht die Berechnung der voraussichtlichen
Temperatur- und Niederschlagsabweichung eines Monats / einer Jahreszeit
mittels Druck- und Temperaturverteilungen über bestimmten (signifikanten)
Gebieten auf der gesamten Hemisphäre in den Vormonaten (LRFS = Long Range
Forecast System). Diese Berechnungen erfolgen über ein statistisches
Verfahren und werden monatlich veröffentlicht. Die angewandte
Vorhersagemethode
wurde mehrfach überarbeitet und ist ausführlich beschrieben. Zum anderen
wurde ein alternatives und vom LRFS unabhängiges Modell (EAS) entwickelt, mit dem
eine europaweite
Langfristprognose erreicht werden soll. Da jedoch der Aufwand
hierfür etwas größer ist, erfolgt die Aktualisierung nur aller 2-3 Monate.
Nebenbei finden
allgemein wissenschaftliche Witterungsregeln und spezielle Statistiken (z.B.
Sonnenfleckenstatistik) als Ergänzung der Temperaturprognose bzw. Trend für
Niederschlagsvorhersagen ihre Verwendung.
Ebenso werden die Prognosen ständig verifiziert und auf Eintreffgenauigkeit
evaluiert. Der Link zu einer ausführlichen Verifikation findet sich weiter
unten im Vorhersagebereich.
Nach der oben beschrieben Methode sieht die klimatische Entwicklung
(relativ zu den Durchschnittswerten der Periode 1951-2005 gesehen) der
kommenden 4 Monate insbesondere für Ost- und Mitteldeutschland wie folgt
aus:
Langzeitprognosen
| Monat |
Normalwert |
Anomalie |
Status |
Wahrscheinlichkeit |
| Feb 2012 |
0.6 °C |
±0.0 K |
normal |
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| Mär 2012 |
4.1 °C |
±0.0 K |
normal |
| Apr 2012 |
8.3 °C |
+2.0 K |
sehr mild |
| Mai 2012 |
13.2 °C |
+0.5 K |
etwas zu warm |
Erklärung: Die beiden Spalten "Anomalie" und "Status" geben die
voraussichtlichen Temperaturabweichungen in K* (Kelvin) und für weniger
versierte Besucher die dazugehörige Relativangabe an. In der rechten Spalte finden sich Wahrscheinlichkeitsangaben zu den einzelnen Monaten. Aus der prognostizierten
Abweichung des Monats, sowie der Prognosegüte lassen sich die
Terzile für einen kalten (blau), eher durchschnittlichen (grün)
oder warmen (rot) Verlauf ermitteln. Die Abgrenzungen wurden dabei so bestimmt,
dass eine Grundwahrscheinlichkeit von jeweils 33 % für das Auftreten eines kalten,
normalen bzw. warmen Monats angenommen wird.
| *+/-1.0 K entspricht +/-1.0° |
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Rückblick: Der Oktober 2011 ist in Leipzig-Grünau
mit einer Temperatur von 10.5 °C um genau +0.5 K vom Normalwert (Periode
1951-2005) abgewichen und wies eine Niederschlagsmenge von 32 mm auf, was
ca. 81 % des Durchschnittswertes ausmacht.
An der offiziellen Station Leipzig-Schkeuditz betrug die mittlere
Monatstemperatur 10.2 °C, was einer Abweichung von +0.6 K gegenüber der Periode
1951-2005 entspricht.
Eine detailliertere Verifikation der veröffentlichten Prognosen ist
hier zu
finden.
Vorhersage
- eine sinnvolle Prognose für Februar ist wegen sehr widersprüchlicher Indizien nicht möglich, daher wird das langjährige Mittel prognostiziert;
sehr hoher Luftdruck über Nordeuropa während den letzten Januartagen in Verbindung mit einer vielerorts vorhandenen Schneedecke spricht jedoch deutlich für einen zu kalten Monatsverlauf;
das bisherige Vorhersagekonzept für den Februar muss überdacht werden, da sich schon in der Vergangenheit die Februarprognose oftmals als problematisch erwiesen hat
- für März deuten die Berechnungen auf einen durchschnittlich temperierten Monatsverlauf mit milden und kalten Phasen im Wechsel; auch die Niederschlagsmengen betreffend ergeben sich in der Prognose keine stärkeren Abweichungen
- der April steht dagegen voraussichtlich wieder im Zeichen einer sehr milden bis warmen, aber recht trockenen Witterung mit häufig beständigen Wetterlagen; demnach wären sogar 1 bis 2 Sommertage möglich
- auch im Mai ist wahrscheinlich mit einem etwas zu warmen Witterungsgepräge zu rechnen; die Niederschlagsprognose zeigt hier keine großen Auffälligkeiten
- zieht man die einzelnen Monatsprognosen zu Rate, ist derzeit von einem relativ milden
Frühling 2012 mit eher unternormalen Niederschlagsmengen auszugehen. Mehr dazu ab 03.02. in der Diskussion zum saisonalen Trend
Für genauere Details bitte entsprechende Monate anklicken. |
Prognose: Januar 2012 |
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Aufgrund des großen Interesses
wird neuerdings auch für Nord- und Süd-Deutschland eine monatliche Prognose
herausgegeben.

Allerdings sind weitergehende Prognosen für diese Regionen nur gegen
kostenpflichtige Anfragen möglich. |
Saisonaler Trend
Hinweis: Die hier berechnete
Prognose einer Jahreszeit ergibt sich nicht aus dem arithmetischem Mittel der
Prognosen für die drei Einzelmonate sondern ist ein eigenständig
ermittelter Wert und kann daher leicht vom Mittel der Monatsprognosen
abweichen.
| Saison |
Prognose Temp |
Prognose Nied |
Prognosefehler |
| Frühjahr 2012 |
+1.1 K |
-10 mm |
0.68 K |
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Statistische Diskussion: Wie bereits in den Monatsprognosen
angesprochen, geht die Entwicklung in Richtung eines relativ milden Winters 2011/12.
Diese Aussage wird von der saisonalen Prognose
auch gut bestätigt. Die Niederschlagsprognose, welche in Gesamtheit der Monatsprognosen einen "normalen" Verlauf erkennen ließ, zeigt auch hier einen Trend zu annährend durchschnittlichen Mengen.
Aufgrund der prognostizierten Abweichung und des Prognosefehlers ergibt sich immerhin eine Wahrscheinlichkeit von ca. 75% für einen zu milden Verlauf, d.h. wärmer als das langjährige Mittel. UPDATE: Frühere Untersuchungen von F. Baur haben gezeigt, dass eine sehr milde erste Dezemberhälfte (mindestens 2.5 K über dem Mittel) in Verbindung mit einer ausgeprägten, zyklonalen West-Wetterlage eine häufige Wiederholungsneigung im weiteren Winterverlauf zeigt, mit der Folge dass vor allem der Hochwinter (Jan + Feb) in solchen Fällen recht mild verläuft. Ein typisches Beispiel, wo sich die Regel gut bewährt hat, war der Winter 1999/2000.
Da die diesjährige erste Dezemberhälfte gekennzeichnet war von einer markanten West-Wetterlage zusammen mit sehr milden Temperaturen, sind die erwähnten Vorbedingungen als erfüllt anzusehen. Daher kann zusätzlich davon ausgegangen werden, dass der Hochwinter 2011/12 ein milderer seiner Art werden dürfte.
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Langfristige Trends für die Niederlande, Österreich und andere Regionen sind auf der
englischsprachigen Seite zu finden.
Eine Gegenüberstellung der Langfristprognosen
internationaler
Wetterdienste für Mitteleuropa ist nun ebenfalls vorhanden.
| Langfrist-Spezial |
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ENSO – Einfluss auf unser Wetter?
In regelmäßigen Abständen macht entlang des tropischen Pazifiks nahe der Küste Südamerikas eine meteorologische Erscheinung auf sich aufmerksam, die in den Medien kurz als „El Nino“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine abnormale Erwärmung der Wassertemperaturen im oben genannten Bereich. In anderen Jahren tritt jedoch ein gegenteiliger Effekt auf und die Temperatur des Ostpazifiks ist auffallend niedrig (La Nina). Dieses wechselnde Phänomen wird in der Meteorologie kurz unter dem Begriff ENSO (El Nino Southern Oscillation) zusammengefasst und hat Auswirkungen auf die Witterung rund um den Globus.
 Quelle: NOAA (http://www.cpc.ncep.noaa.gov)
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Derzeit befinden wir uns mitten in einer La-Nina-Phase mit recht niedrigen Temperaturen des Ostpazifiks und für die nächsten Monate wird noch mit einer Verstärkung gerechnet. Aufgrund dieser Kenntnis lässt sich z.B. so mit großer Wahrscheinlichkeit vorhersagen, dass weite Teile Alaskas, sowie das westliche und südliche Kanada einen besonders kalten Winter bekommen werden, während im Gegenzug die Südstaaten der USA einen zu milden Winter erwarten dürfen. Auch Aussagen über die Witterung in großen Teilen Asiens ist dadurch möglich. Viele internationale Langfrist-Modelle bauen als Grundlage auf dem Datenmaterial und dem aktuellen Zustand der ENSO-Region auf. Auf der abgebildeten Grafik sind die Temperaturverhältnisse des Pazifiks der letzten Oktoberwoche dargestellt. |
Oftmals wird nun die Frage gestellt, inwieweit solch ein ENSO-Ereignis auch Einfluss auf die Winter-Witterung Mitteleuropas hat. Um diesen Aspekt genauer zu beleuchten, wurde eine Signifikanzprüfung mittels einer sogenannte Kontingenztafel durchgeführt. Dazu wurden die vergangenen 111 Jahre (seit 1900) in 3 Gruppen aufgeteilt: „La Nina Jahr“, „Normales Jahr“ und „El Nino Jahr“. Die Gruppengrenzen wurden dabei so angelegt, dass die Anzahl der Jahre in jeder Gruppe gleich groß (37) ist. Anschließend erfolgte auf gleichem Wege eine Aufteilung der nachfolgenden Winter Mitteleuropas in die 3 Gruppen „streng“, „normal“ und „mild“.
Zur Spezifizierung von ENSO gibt es verschiedene Indexe, die die Intensität eines ENSO-Ereignisses charakterisieren sollen. Die hier verwendeten Daten beziehen sich auf den sogenannten NINO3-Index, welcher die mittleren Wassertemperaturen entlang des Äquators im Bereich zwischen 5°N und 5°S, sowie 150°W und 90°W wiedergibt. Als Zeitraum wurde die Periode August-Oktober gewählt. Die nachfolgende Tabelle macht die Auswertungen deutlich.
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So folgte z.B. im untersuchten Zeitraum in 15 von insgesamt 37 La Nina-Jahren ein strenger Winter in Mitteleuropa. In 12 Jahren war er dagegen mild. Als Erwartungswert gilt für jede Zelle ein Wert von 12,3. Jede stärkere Abweichung nach oben oder unten stellt somit eine Auffälligkeit dar. Bereits auf den ersten Blick ist jedoch keine ungewöhnliche Häufung oder Minderung in den einzelnen Zellen zu erkennen. |
Auch eine Signifikanzprüfung unter Verwendung des Chi-Quadrat-Tests ergab ein klar nicht-signifikantes Ergebnis von p = 0.544, so dass sich kein statistischer Zusammenhang nachweisen lässt. Eine Aussage bezüglich der Wintertemperatur Mitteleuropas ist somit allein durch ENSO nicht möglich.
Neuerdings gibt es auch ein
Archiv
für ältere "Langfrist-Spezial"-Beiträge

- Von Lars Thieme
Angaben ohne Gewähr ! Stand 01.02.2012
Nächste Aktualisierung: ca. 03.02.2012 !
© by Lars Thieme und Langfristwetter.com

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